Filmmusik

Für meinen Freund Marcus der an der Hochschule für Gestaltung studierte, habe ich zwei Trickfilme mit Klaviermusik unterlegt.
Zuerst wollte ich die Musik eigentlich live zum Film einspielen, aber ich war nicht in der Lage meine eigene Komposition fehlerfrei genug zu interpretieren, waren einfach zu viele schwarze Tasten. Also wurde das ganze mit Cubase programmiert – dadurch klingt das Ganze leider recht statisch und auch der Klaviersound lässt noch ein paar Wünsche offen. Damit die Schnitte auf die Musik passten, zählte Marcus alle Frames aus und daraus errechneten wir die Dauer der einzelnen Teile und dementsprechend das Tempo. Blöd nur, dass der Film-Projektor dann nicht ganz mit 24 Bildern pro Sekunde, sondern halt mit 23,729 Bildern lief, daher verschiebt sich das Ganze teilweise.
Die Qualität der Filme ist über die Jahre auch nicht wirklich besser geworden, ich freue mich aber dass sie erhalten sind.

Eine kleine Liebesgeschichte

Eine kleine Geschichte aus einem Waschsalon

1994-1995 Time Ryder

time_ryder_11994 stieß ich über eine Anzeige zu einer dato noch namenlosen Band, die sich einige Zeit später den Namen „Time Ryder“ geben sollte. Diese quatierte ich direkt in meinem Proberaum ein und wir probten munter drauflos. Der Musikstil war so eine Pop-Rock-Blues-Richtung ohne echtes Profil – eigentlich ganz gefällig, aber echte Fans waren damit eher nicht zu gewinnen. Wie so oft haperte es aber sowieso an jeglichem Marketing, so daß Gigs Mangelware waren. Wir schafften es auf ganze zwei Stück in anderthalb Jahren. Für den ersten mieteten wir in Mainz an der Uni einen Raum an und organisierten alles selbst. Wir schafften sogar ein ganz ansehnliches Publikum heran. Hauptsächlich in Erinnerung blieb mir die Tatsache dass ich während des Gigs einen Krampf in der Hand bekam, so daß ich zwischendurch mehrere Minuten Pause machen musste und mir von fleißigen Helfern Hand & Arm massieren lassen musste.
Von diesem Gig ist auch eine Live-Aufnahme erhalten, die zwar nicht gerade durch Soundqualität überzeugt, aber besser als nichts:

One Night Love Affair
Getting Out Of My Way

Hiervon sind auch einige Fotos erhalten, auffällig dass wir uns kleidungsmäßíg sehr uneining waren. Ich als Crossover-Typ mit Short & Baseball-Cap, Jens + Dieter mehr so im Western-Look mit Lederweste und Halstuch und Klaus in orange-rotem NDW-Outfit

time_ryder_2

time_ryder_3

Wir hatten Glück dass der Verantwortliche für das Mainzer Asta-Uni-Fest aus irgendeinem Grund auf dem Konzert war und so durften wir dort – zwar auf der kleinen Bühne und als allererste – aber immerhin unter sehr professionellen Bedingungen – noch einen zweiten kurzen Gig spielen. Hiervon ist sogar ein Video erhalten, dass man (wenn man denn unbedingt will) hier anschauen kann. (Im Nachhinein stören mich vor allem die doch sehr mäßigen Ansagen der Songs).

Offensichtlich hielt sich insgesamt die Begeisterung unseres Publikums in Grenzen, der eher magere Applaus war nur ein Hinweis darauf: Eine der auf uns folgenden Bands suchte einen Schlagzeuger, der Rat einiger meiner Freunde die bei dem Konzert waren mich doch dort zu bewerben hätte mich stutzig machen sollen, noch stand ich aber hinter der Musik von Time Ryder.

Allerdings verzog in der Zeit dieses Konzerts der Gitarrist aus beruflichen Gründen nach Ulm und wir machten uns erstmal auf die Suche nach einem Nachfolger, was einige Zeit und Arbeit erforderte. Irgendwann fanden wir dann auch einen und sogar noch einen zusätzlichen Keyboarder. Ich hatte allerdings mittlerweile bei Fallout angefangen und die Luft war deutlich raus, so daß wir irgendwann dann doch beschlossen die Band sein zu lassen und allesamt was anderes zu machen.

1995 – 1996 fallout

Zu fallout stiess ich in 1995, die Band bestand aus zwei ehemaligen Mitschülern eines Freundes von mir.

Im vornehmen Kronberg probten wir in einem wahren Rattenloch, ein Mini-Proberaum, in dem es so heiß war, dass wir meistens oben ohne spielten. Dazu war in der Regel nur eine kleine grüne Lampe an, um uns die richtige Stimmung zu versetzen, welche aus immer das war.
Rene der eigentlich Kunst studierte war der kreative Kopf, zumindest was die Musik anging. Beim Texten war er allerdings ziemlich faul, so dass viele von den Songs gerade mal auf eine Strophe kam, die dann beliebig wiederholt werden konnte.
Siehe auch unten in Big Mac, dort variiert er die dritte Wiederholung der einzelnen Strophe mit den Worten „I told you already“ 😀
Der Refrain beschränkte sich fast immer auf eine Zeile mit ein paar „yeahs“ dazwischen.
Außerdem schienen einige der Textzeilen auch geklaut zu sein, Jahre später hörte ich Radio mir aus fallout-Songs bekannte Textzeilen.

Zum eher zufällig gewählten Namen erfanden wir dann auch unseren selbst gewählten Musikstil Atom Punk. Auch wenn wir außerordentlich schicke siebgedruckte Plakate mit dem Atom-Zeichen besassen, fehlte in der Band jemand der sich um Booking etc. kümmern, auch zur Aufnahme eines richtigen Demos brachten wir es leider nicht.
Immerhin schafften wir es in den zwei Jahren auf drei ganze Gigs, von denen einer in annehmbarer Qualität mitgeschnitten wurde und aus dem folgende Songs erhalten blieben:

Deep Blue Sky, mein persönlicher Favorit, der höchstens an dem mir aufoktroyiertem Backgroundgesang krankt.
Fed Up To The Backteeth, eins der ersten Stücke, das ziemlich gut die atomare Energie rüberbrachte
Big Mac, „ein geiler Bossa Nova“, wie Rene (leider) in den Anfang reinblökt, der sich textlich mit einer McDo-Sucht auseinandersetzt.
Please Me, der Beat wie wir den Song normalerweise nannten

Ende 96 ging Rene für ein Auslandsjahr nach England, dadurch wurde die Band in stillschweigendem Einvernehmnis aufgelöst.

1995 Löwenzahn & die schönsten Männer der Welt

1995 trat Alexander, den ich aus meiner Zeit beim Jugendsinfonie Orchester Hessen kannte, an mich heran.
Alex wollte im Wintersemester nach England gehen um Kontrabass zu studieren und hatte den Plan vorher noch ein gross angelegtes Abschiedskonzert mit seiner Ex-Band Löwenzahn (in der er übrigens Gitarre spielte) zu veranstalten. Da der Schlagzeuger nicht mehr am Ort weilte, suchten sie einen Ersatz und so fragte er mich, ob ich nicht Lust dabei zu trommeln.

Im Rückblick klingt die Idee wirklich ziemlich unattraktiv. Es ging darum einen ganzen Sommer lang zu proben und dafür jedesmal nach Gunterblum in Rheinhessen zu fahren, wobei man aus Darmstadt dafür entweder die Fähre über den Rhein nehmen (4,50 DM) oder einen 20km Umweg über Worms hinnehmen musste. Am Ende sollte dann ein einzelnes Konzert stattfinden, bevor die Band wieder aufgelöst wurde. Warum um alles in der Welt sollte man das machen?
Ich sagte zu.

Im Weingut der Eltern des Bassisten Christian probten wir einer Scheune, in der es hallte wie Sau, neben der Aufbereitung alter Songs wurden auch jede Menge neue geschrieben.

Als besondere Attraktion sollte Löwenzahn (bescheuerter Name, ich weiss) um die schönsten Männer der Welt bereichert werden, eine Horn-Section bestehend aus Sax, Trompete, Posaune und (!)Tuba. Die Posaune viel aus mir nicht mehr bekannten Gründen von vorne rein aus und der Tubist hatte am gleichen Abend noch einen anderen Gig, so dass er erst ab der zweiten Hälfte des Konzerts zur Verfügung stand.

Zu allem Überfluss hatte ich auch noch für den Folgetag des Konzerts ein (unbezahltes) Orchesterkonzert in Lippstadt in Westfalen zugesagt, für dass ich am nächsten Morgen um 7:00 aufstehen musste, so dass ich die gross angelegte Aftershow-Party in Christians sturmfreier Bude noch nicht mal auskosten würde.

Offensichtlich war ich damals sehr entspannt und habe mich in meine Schicksal gefügt, jetzt würde ich bei derart wiedrigen Umständen einfach mal die Vollkrise bekommen.

Das Konzert selbst war ein voller Erfolg, es waren ca. 150 Leute nur wegen der Band in den Laden gekommen. Aus irgendeinem Grund hatte man mich auch noch zum Moderator der Show gemacht, so dass ich den vollen Ruhm des Rampenlichts erhielt.

Die After-Show-Party war nicht ganz so spektakulär, in meiner Erinnerung gruppierten sich ca. 10 Männer um die einzige anwesende Dame, so dass mir der Abschied Richtung Darmstadt nicht so schwer viel.

Wir trafen uns noch einmal ein halbes Jahr später um drei Songs aufzunehmen, im Proberaum einer gut ausgestatteten Band spielten wir mit der egentlichen Band (d.h. ohne Bläser) live drei Songs ein. Allerdings waren diese anschließend aus irgendeinem Grund nicht auf der Kassette, so dass als Erinnnerung nur die schlecht gemischten Live-Aufnahmen zur Verfügung stehen.

Die will ich aber nicht vorenthalten, auch wenn der Bass fast nicht hörbar dafür Gitarre und Bass-Drum viel zu laut sind, daher habe ich drei Stücke ausgewählt:

Surf Rider ein Cover von The Lively Ones, bekannt aus Pulp Fiction

Bad Lover, lockerer Reggae mit schönem Trompeten-Solo

(She’s A Little Bit) Crazy, Rock mit Bläser-Unterstützung