1991 Solution

1990 fuhr ich mit drei der vier Gitarristen von Cemetary zusammen für eine Woche nach Salzburg. Am letzten Abend saßen wir an einem Klavier und bauten aus einem Keyboard-Hook den ich mir mal ausgedacht hatte einen Song „Liebeslied“.
Daraus entstand die Idee einer Band in der ich Keyboard spielen sollte. Obwohl ich ja eigentlich mittlerweile Schlagzeuger war, hatte ich auch meine Synthi-Ausrüstung in Form eines überteuerten HR-16 Drumcomputers ausgebaut, und so war die Frage der Drums geklärt.
Wie genau die Entscheidungen aussahen, weiss ich nicht mehr, aber eines Tages existierte eine Band mit Leo und Jan an der Gitarre, mir am Keyboard und dem HR16 als Trommler-Ersatz.
Bei der Auswahl einer Sängerin standen vocalistische Fähigkeiten eher im Hintergrund und so wurde die Stelle bald mit Martina besetzt.
Wir konnten uns nicht einigen ob wir deutsch oder englisch singen wollten und so existierten Songs in beiden Sprachen. Auch der Bandname Solution war bald gefunden.

Wir hatten auch ein schönes Logo und einen Flyer mit dem wir uns für Auftritte beweren wollten, Motto „Wir spielen auch auf Deiner Party.

Wir spielen auch auf Deiner Party!


Sehr schön auch die von mir formulierte Beschreibung der Musik, zum Glück hatten wir keine wirklich anspruchsvollen Zuhörer 😉

Durch das Zusammenspiel von Synthesizerklängen und Hardrock-Gitarren in Verbindung mit einem Drum-Computer entsteht der unverwechselbare Sound von Solution der auch anspruchsvollen Zuhörern zusagt.

Auf einer Klassenfete hatten wir unseren ersten und einzigen Auftritt, supported durch The RAPublic.
Wir besassen keinen Mikroständer und mussten uns mit einem zusammengeklappten Notenständer behelfen, in den wir das Mirko reinklemmten und der mir tierisch peinlich war. Dafür hatte ich mir ein schickes Podest gebaut, auf dem ich leicht erhöht die zentrale Rolle, die sonst dem Schlagzeug zufällt, einnehmen konnte.
Vor Ende des Songs riss Leo eine Saite, seine Behauptung er könne den letzten Song auch mit 5 Saiten weiterspielen, widersprach, ich wusste sogar damals schon, dass sich das irgendwie negativ auf die Stimmung ausgewirkt hätte.
Also unterhielt ich das Publikum ca. 10 Minuten mit mehr oder weniger lustigen Sprüchen, während Leo panisch in der Gaderobe an seiner Gitarre rumfummelte. Am Ende konnten wir dann auch noch den letzten Song + Zugaben performen.
Persönliches Highlight des Konzerts für mich war, dass ich mit einem weiblichen Fan danach nach Hause gehen durfte. Naja, immerhin bis zur ihrer Haustür.

Im Anschluss an das Konzert wollten wir unsere Songs aufnehmen, wir nahmen live auf Kassette auf, es dauerte eine Weile bis wir es schaffen sämtliche Songs mehr oder weniger Fehlerfrei einzuspielen.
Ich erinnere mich noch wie Leo das Band ein paar Jungs in der Tanzschule gab die eine Band suchten, die uns mit Hinweisen auf den schlechten Beat und die noch schlechteren Texte eher belustig ablehnten.

Irgendwann wollte Urs als Drummer einsteigen. Ich war eigentlich froh, dass ich die Drumcomputer-Bedienung los war, allerdings war die Stimmung zwischen Urs und mir zu diesem Zeitpunkt nicht die Beste, was ehrlicherweise überwiegend daran lag, dass ich auf sein Schlagzeugspiel neidisch war.
Wie probten ein einziges Mal mit Schlagzeug und dann wurde die Band stillschweigend aufgelöst. Warum weiss keiner mehr.

Hier ein paar Auszüge unseres Repetoires:

Living For Illusion

Pirates, unsere Lieblingstextstelle: „The pirate has only one eye“

Liebeslied Dies ist das Stück dass wir in Salzburg kreierten. Jan weigerte sich eigentlich es zu singen, wir mussten ihn mit viel Überredungskunst dazu bringen, es doch zu tun.

Mr. H. Das einzige Lied das ich sang wurde schnell zum Kulthit. Ich hoffe der betroffene Herr nimmt es mir nicht übel.

Veröffentlicht unter 1991

1989 Cemetary

Zu Weihnachten 88 bekam ich das alte Schlagzeug von meinem Cousin geschenkt. Ich nam auch relativ bald Unterricht, allerdings beschränkt sich dieser in der klassischen Schule zunächst auf die kleine Trommel, so dass es mit meinen Trommel-Künsten nicht besonders weit her war als Leo und ich in den Osterferien 89 unsere erste Band gründeten.
Der Kellerraum der Lutherkirche in dem mein Set stand, erschien mir zu klein, deswegen zogen wir um in einen Keller vier Räume weiter, der eigentlich eher in den Bereich des anderen Pfarramts gehörte. Dort ließen wir uns nach einigen Umräummassnahmen häuslich nieder und begannen damit an unserem musikalischen Werken zu feilen. Dummerweise während eines Gottesdienst, so dass wir nach wenigen Stunden vom 2. Pfarrer verjagt wurden.
Wir zogen einen Raum weiter wo wir erstmal ziemlich viel Arbeit damit hatten Gerümpel von A nach B zu verschieben. Dort nahmen wir unsere musikalischen Gehversuche wieder auf, allerdings war der Effekt der selbe. Die 10m weiter links nützen nicht wirklich viel, so dass auch hier der 2. Pfarrer intervenierte.
Zähneknirschend zogen wir erneut um und befanden uns jetzt wieder im Raum in dem meine Schlagzeug ursprünglich gestanden hatte wo wir auf dem etwas engeren Raum eigentlich genauso gut zu Recht kamen.
Unseren Ärger richteten wir kreativ auf besagten Pfarrer, so dass der eine oder andere „Hate-Song“ dabei rauskam:
We don’t need your education, we don’t need you, Mr. H.
Auch in der Besetzung waren wir recht kreativ, wir hatten biszu vier Gitarristen (Leo,Jan,Tobi,Rafael) in wechselnder Zusammenstellung, natürlich keinen Bassisten, aber immerhin einen Sänger (Holger) mit dem wir einen ganzen Song der auch Text hatte kreierten: „Rolling Thunder“.
Da das ganze natürlich im Heavy Metal anzusiedeln war, gaben wir uns auch den morbiden Namen „Cemetary“.

Es gab auch Aufnahmen aus der Zeit auf denen sowohl oben genanntes Pink-Floyd-Cover mit neuem Text, das halbwegs ausgereifte „Rolling Thunder“ sowie die wunderbare Gegebenheit wie mein Basss-Drum-Fell platze verewigt wurden, leider liegen mir diese nicht vor.

Die Band ging irgendwann in Solution über, dies wird Inhalt des nächsten Beitrages sein.

PS: im Endeffekt zog ich übrigens nach einigen Monaten erneut in den 2. Raum um, die glorreiche Idee einfach nicht während eines Gottesdienstes zu proben ebnete den Weg dafür.

Veröffentlicht unter 1989

1997 SambaTrance

Mitte der 90er haben Simon und ich kurz versucht auf der damals existierenden Samba-Welle mitzuschwimmen, nicht ohne unserem Standard Trance-Sound treuzubleiben.

Kann nicht funktionieren? Stimmt.

SambaTrance

1995 Löwenzahn & die schönsten Männer der Welt

1995 trat Alexander, den ich aus meiner Zeit beim Jugendsinfonie Orchester Hessen kannte, an mich heran.
Alex wollte im Wintersemester nach England gehen um Kontrabass zu studieren und hatte den Plan vorher noch ein gross angelegtes Abschiedskonzert mit seiner Ex-Band Löwenzahn (in der er übrigens Gitarre spielte) zu veranstalten. Da der Schlagzeuger nicht mehr am Ort weilte, suchten sie einen Ersatz und so fragte er mich, ob ich nicht Lust dabei zu trommeln.

Im Rückblick klingt die Idee wirklich ziemlich unattraktiv. Es ging darum einen ganzen Sommer lang zu proben und dafür jedesmal nach Gunterblum in Rheinhessen zu fahren, wobei man aus Darmstadt dafür entweder die Fähre über den Rhein nehmen (4,50 DM) oder einen 20km Umweg über Worms hinnehmen musste. Am Ende sollte dann ein einzelnes Konzert stattfinden, bevor die Band wieder aufgelöst wurde. Warum um alles in der Welt sollte man das machen?
Ich sagte zu.

Im Weingut der Eltern des Bassisten Christian probten wir einer Scheune, in der es hallte wie Sau, neben der Aufbereitung alter Songs wurden auch jede Menge neue geschrieben.

Als besondere Attraktion sollte Löwenzahn (bescheuerter Name, ich weiss) um die schönsten Männer der Welt bereichert werden, eine Horn-Section bestehend aus Sax, Trompete, Posaune und (!)Tuba. Die Posaune viel aus mir nicht mehr bekannten Gründen von vorne rein aus und der Tubist hatte am gleichen Abend noch einen anderen Gig, so dass er erst ab der zweiten Hälfte des Konzerts zur Verfügung stand.

Zu allem Überfluss hatte ich auch noch für den Folgetag des Konzerts ein (unbezahltes) Orchesterkonzert in Lippstadt in Westfalen zugesagt, für dass ich am nächsten Morgen um 7:00 aufstehen musste, so dass ich die gross angelegte Aftershow-Party in Christians sturmfreier Bude noch nicht mal auskosten würde.

Offensichtlich war ich damals sehr entspannt und habe mich in meine Schicksal gefügt, jetzt würde ich bei derart wiedrigen Umständen einfach mal die Vollkrise bekommen.

Das Konzert selbst war ein voller Erfolg, es waren ca. 150 Leute nur wegen der Band in den Laden gekommen. Aus irgendeinem Grund hatte man mich auch noch zum Moderator der Show gemacht, so dass ich den vollen Ruhm des Rampenlichts erhielt.

Die After-Show-Party war nicht ganz so spektakulär, in meiner Erinnerung gruppierten sich ca. 10 Männer um die einzige anwesende Dame, so dass mir der Abschied Richtung Darmstadt nicht so schwer viel.

Wir trafen uns noch einmal ein halbes Jahr später um drei Songs aufzunehmen, im Proberaum einer gut ausgestatteten Band spielten wir mit der egentlichen Band (d.h. ohne Bläser) live drei Songs ein. Allerdings waren diese anschließend aus irgendeinem Grund nicht auf der Kassette, so dass als Erinnnerung nur die schlecht gemischten Live-Aufnahmen zur Verfügung stehen.

Die will ich aber nicht vorenthalten, auch wenn der Bass fast nicht hörbar dafür Gitarre und Bass-Drum viel zu laut sind, daher habe ich drei Stücke ausgewählt:

Surf Rider ein Cover von The Lively Ones, bekannt aus Pulp Fiction

Bad Lover, lockerer Reggae mit schönem Trompeten-Solo

(She’s A Little Bit) Crazy, Rock mit Bläser-Unterstützung

1990 The Fifty Boys

Als 1989 der Film Great Balls Of Fire rauskam, entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Klavierspielen.
Zusammen mit Christos gründete ich eine 50er Rock’N’Roll-Band.
Aufnahmen aus der Zeit sind leider keine mehr vorhanden, übrig blieben nur die äußerst kreativen Künstlernamen.

Die Besetzung:
Chuck, Gesang
Jerry Lee, Piano